
Contracting-Anbieter/Energiedienstleister
LE Energy Solutions GmbH
Ansprechpartner: Christian Uhl
Tel.: +49 162 4322942
E-Mail: christian.uhl@leeso.de
Objektort
04435 Schkeuditz
Projekt des Monats Dezember 2025: Klimafreundliche Energieversorgung für den LEJ-CAMPUS
Als weltweit größtes DHL-Drehkreuz ist Leipzig auch Sitz zahlreicher wichtiger Managementfunktionen zur Steuerung des europäischen DHL-Netzwerks. Hierfür wurde ein eigener hochmoderner Gebäudekomplex, der LEJ-CAMPUS, errichtet.
Seit Januar 2024 wird dieser LEJ-CAMPUS am Luftfrachtdrehkreuz Leipzig/Halle mit nachhaltigem Mieterstrom und Wärme versorgt. Zuvor hatte die LE Energy Solutions GmbH (LEESO) den Bauherren Leipziger Stadtbau AG bereits bei der Konzeption und Umsetzung des innovativen und klimafreundlichen Energiekonzepts begleitet.
Die Stromerzeugung für den LEJ-CAMPUS, ein Komplex aus vier mehrgeschossigen Bürogebäuden für insgesamt 1.100 Mitarbeitende und einem Parkhaus mit ca. 120 Ladesäulen, erfolgt aus PV-Anlagen und einem Biomethan-Blockheizkraftwerk, das zudem zukünftig auf Wasserstoff umgerüstet werden kann. Die Wärmeerzeugung erfolgt zu ca. 80 – 90 % über das Biomethan-BHKW und wird durch Spitzenlastkessel ergänzt.
Eine Besonderheit ist die Integration der Photovoltaik-Module, die neben den Dächern des Gebäudekomplexes auch die Parkhaus-Fassade zieren. Vertikal angeordnete Module erscheinen je nach Lichteinfall in verschiedenen Farben und erzeugen so ein riesiges Wellenmuster entlang der Bundesstraße B6.
ECKDATEN DES PROJEKTS
Objektart
Gewerbe
Neubau
GEG-Erfüllungsoption 2024
Wärmenetzanschluss
Mieterstrom
Welche Art von Unternehmen waren beteiligt?
Ingenieur-/Planungsbüro
Heizungsinstallateur
Sonstige: Planer und Installateur PV-Anlagen (Avancis GmbH, elektroBAU Dresden BIPV GmbH)
Fläche & Anzahl der Gebäude
ca. 21.000 m2
4 Gebäude zzgl. Parkhaus
Inbetriebnahme
2024
Vertragslaufzeit
10 Jahre
Energieart
Nahwärme
Strom
Wärme
Contractingart
Energieliefer-Contracting
Energieträger
Erdgas
Sonne
Biomethan
Anlagentechnik
Blockheizkraftwerk von 2G (agenitor 406EG) (250 kWel 260 kWth)
2x Brennwertkessel (je 720 kW)
Photovoltaikanlage (800 kWp)


Fotos © LEESO
Energieeffizienzmaßnahmen
Elektromobilität (Ladesäulen)
Fernwartung
MSR/Gebäudeleittechnik
MIETERSTROM
Stromproduktion
ca. 1,4 GWh/a, davon ca. 75 % Direktverbrauch vor Ort und 25 % Einspeisung in Netz der allg. Versorgung bei einer stromseitigen Autarkie des Standortes von ca. 70 – 75 %
Anzahl Stromkunden
1 Gewerbekunde (Mieter des Gesamtobjektes)
Stromerzeugungsanlage
PV-Anlage (insgesamt 6 Wechselrichter)
Anlagenleistung
ca. 800 kWp, davon ca. 200 kWp Fassaden-PV
Installierte Messeinrichtungen
RLM-Messungen in Kundenanlage durch wMSB Enometrik GmbH
Sonstige Hemmnisse
Komplexität Messkonzept => s. Pkt. 2 unter Erfahrungen
ERFAHRUNGEN
Entstehungsgeschichte: Wie kam es zu der Entscheidung, die Maßnahmen mit Contracting umzusetzen? Wer war der Initiator des Projektes?
– Initiator: Eigentümer Stadtbau AG
– Siehe Pkt. „Motivation“
Welche Faktoren haben die Entscheidung für Contracting begünstigt? Was waren die Motive des Kunden? Welche Hindernisse mussten überwunden werden?
– Siehe Pkt. „Motivation“
– Hindernisse: Komplexität des Messkonzeptes zur Mieterstromversorgung, da Mischanlage aus KWK-Anlage und mehreren PV-Anlagen hinter einem Netzverknüpfungspunkt (MS-Trafo) und mehreren Gebäuden => Gemeinsame Umsetzung mit wMSB Enometrik GmbH und VNB Stadtwerke Schkeuditz GmbH
Kundenzitat: Besondere Vorteile oder Wirkungen des Projektes?
– Hoher KWK-Anteil in der Wärmeversorgung von 80 – 90 % und niedriger Primärenergiefaktor, zudem Betrieb des BHKW mit Biomethan
– Stromseitiger Deckungsanteil durch PV-Anlagen und KWK-Anlage von ca. 70 – 75 % (in Wintermonaten bis 95 % Autarkie) – bei einem hohen Direktverbrauchsanteil des erzeugten Stroms von ca. 75 %
Motivation für Contracting bzw. Energiedienstleistung?
– Auslagerung des Betriebs der Wärme- und Stromerzeugungsanlagen an einen Dritten
– Umsetzung Mieterstrommodell zur lokalen Stromvermarktung
Mehrwerte neben der Energie(kosten-)einsparung?
Laufendes Monitoring und Optimierung der Fahrweise der Erzeuger durch Contractor/ Betreiber
Kurzes Resümee: Wie würden Sie das Projekt aus heutiger Sicht beurteilen? Was ist das Besondere an diesem Projekt?
– Umsetzung und Betrieb einer Fassaden-PV-Anlage
– Kombination KWK-Anlage und PV-Anlage für hohe stromseitige Autarkie bei gleichzeitig hohem Direktverbrauchsanteil des erzeugten Stroms
– Geringer Primärenergiefaktor und CO2-Emissionen der Wärmeversorgung
– Energiebilanz der ersten beiden Betriebsjahre (Gas, Wärme, Strom) deckt sich sehr gut mit Simulationen aus Konzeptionsphase

