
Contracting-Anbieter/Energiedienstleister
ENGIE DEutschland GmbH
Ansprechpartnerin: Anne Geier
Tel.: +49 89 74641-495
E-Mail: anne.geier@engie.com
Objektort
76646 Bruchsal
Projekt des Monats Dezember 2021: Klimafreundliches Nahwärmekonzept in Bruchsal
Zum Umstieg auf eine nachhaltigere Energieversorgung modernisieren zahlreiche Einrichtungen und Unternehmen ihre auf Gas und Öl basierenden Heizsysteme.
Diesen Entwicklungsschritt wollten auch zwei christliche Träger mit benachbarter Liegenschaftslage in Bruchsal gehen: das Evangelische Altenzentrum in der Trägerschaft des Diakonieverein Bruchsal e.V. sowie für das St. Paulusheim, ein Privatgymnasium in freier Trägerschaft der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg und Klosterkonvent der Pallottiner, um. Im Rahmen des innovativen Projektes wurden drei Heizzentralen mit neuen Wärmeerzeugern ausgestattet und über eine in Teilen erdverlegte Nahwärmeleitung verbunden.
Die Umsetzung des Versorgungsprojekts war für das ENGIE-Team mit besonderen Herausforderungen verbunden: Zum einen mussten der Umbau und die Errichtung von drei Heizzentralen mit zwei neuen BHKWs, einem neuen Pelletkessel und zwei neuen Gasbrennwertkesseln als Wärmeerzeuger während des laufenden Betriebs erfolgen. Zum anderen fanden die Erdarbeiten zur Verlegung des Nahwärmesystems im steilen Hanggelände statt.

ECKDATEN DES PROJEKTS
Objektart
Alten-/Pflegeheim
Kirche
Schule/Kindergarten
Bestandsgebäude
Welche Art von Unternehmen waren beteiligt?
Energieagentur
Ingenieur- und Planungsbüro
Heizungsinstallateur
Fläche und Anzahl der Gebäude
ca. 40.000 m2
2 Gebäude
Inbetriebnahme
2020
Vertragslaufzeit
20 Jahre
Energieart
Nahwärme
Strom
Wärme
Warmwasser
Contractingart
Energieliefer-Contracting
Energieträger
Erdgas
Holz
Anlagentechnik
2x BHKW (50 kWel 100 kWth)
Brennwertkessel (960 kW)
Pelletkessel (400 kW)



Fotos: © ENGIE Deutschland GmbH (Jan Potente)
Energieeffizienzmaßnahmen
Dämmung
Hydraulischer Abgleich
MSR/Gebäudeleittechnik
Optimierung der Heizkreisparameter
Pumpenaustausch
Umbau des Heizungsnetzes
Wärmemengenzählereinbau
Wärmeverteilung
Warmwasserbereitung
Investitionssumme
2,6 Mio. EUR
Förderung
Förderprogramm: KfW, BAFA
End-Energieverbrauch alt
5.469 MWh
End-Energieverbrauch neu
3.264 MWh
Einsparung
ca. 850 t CO2
67 %
ERFAHRUNGEN
Entstehungsgeschichte: Wie kam es zu der Entscheidung, die Maßnahmen mit Contracting umzusetzen? Wer war der Initiator des Projektes?
Die Initiatoren waren vorrangig unsere Kunden des Diakonievereins Bruchsal e.V. und der Schulstiftung d. Erzdiözese Freiburg. Gemeinsam mit einem Planungsbüro (IB A. Gerlach) wurde ein Konzept ausgearbeitet, welches dann durch die KEA zur offiziellen Ausschreibung gebracht wurde.
Welche Faktoren haben die Entscheidung für Contracting begünstigt? Was waren die Motive des Kunden? Welche Hindernisse mussten überwunden werden?
Hier spielen mehrere Aspekte eine Rolle.
Da das neue Energieversorgungskonzept auf 2 versch. Liegenschaften stattfinden sollte, brauchte es von vornherein eine Firma, die alles zusammen abwickelt. Hinzu kamen die potentiell günstigeren Wärmepreise, die sich über ein Contractingmodell realisieren ließen und der Wunsch der Kunden, ihre Gebäude technisch zu sanieren und die Verantwortung für die Betreibung der Wärmeerzeugungsanlage abzugeben.
Besondere Vorteile oder Wirkungen des Projektes?
„Die nachhaltige Sanierung und Modernisierung unserer Gebäude unter energetischen, architektonischen und konzeptionellen Anforderungen waren treibende Faktoren zur Realisierung der Baumaßnahme. Mit dieser Grundhaltung haben wir die Initialzündung zu einem Nahwärmeverbund mit der Nachbarschaft überzeugend vermittelt“, sagt Dr. Christian Waterkamp, Vorstand des Diakonieverein Bruchsal e.V.
Motivation für Contracting bzw. Energiedienstleistung?
Die Überwachung, Betreibung, Wartung und Störungsbeseitigung der Erzeugungsanlagen fällt nun komplett in die Hände des Contractors, sodass der Kunde hier „eine Sorge weniger hat“.
Mehrwerte neben der Energie(kosten-)einsparung?
Das Leitmotiv des Projekts sind die vier Ö’s: ökologisch, ökonomisch, ökumenisch und örtlich.
Ortsansässige Firmen wurden mit eingebunden bei der baulichen Umsetzung und die Pellets werden von einer Firma aus dem Nachbarort geliefert.
Kurzes Resümee: Wie würden Sie das Projekt aus heutiger Sicht beurteilen? Was ist das Besondere an diesem Projekt?
Das Besondere an diesem Projekt ist, dass die Wärme zum Einen dezentral erzeugt wird, aber dennoch einem breiten Verbraucherkreis (also 2 Gebäudekomplexen) zur Verfügung steht und zum Anderen diese Wärme sich aus einem Energiemix zusammensetzt (KWK, Pellets und Gasbrennwert).
Das ganze wird durch eine von ENGIE konzipierte Regelung überwacht und gesteuert.
Hürden während der Planungs- und Abwicklungsphase ( wie u.a. die Hanglage bei Erdbauarbeiten) wurden stets gemeinsam mit dem Kunden überwunden, um das schlüssige Energieversorgungskonzept umzusetzen.

