
Foto © Steve Brookland
Contracting-Anbieter/Energiedienstleister
GAG Servicegesellschaft mbH
Ansprechpartner: Christoph Pilz und Max Scheffer
E-Mail: christoph.pilz@gag-koeln.de, max.scheffer@gag-koeln.de
Objektort
51065 Köln
Projekt des Monats Oktober 2026: Container mit Wärmepumpe versorgt Quartier „Im Bischofsacker“
Für zwei Bestandsgebäude mit bestehender Gasversorgung haben wir nach einer Wärmpumpenlösung gesucht, die sich zugleich gut in den Bestand integrieren lässt. Mit EnerCube konnten wir dabei eine neue Technologie erproben, von der wir uns auch Impulse für weitere Vorhaben versprechen.
ECKDATEN DES PROJEKTS
Objektart
Wohnen
Bestandsgebäude
GEG-Erfüllungsoption 2024
Elektrische Wärmepumpe
Welche Art von Unternehmen waren beteiligt?
Sonstiges: Hersteller Enercube
Fläche und Anzahl Gebäude
2.238 m2
2 Gebäude
Inbetriebnahme
2026
Energieart
Wärme
Contractingart
Energieliefer-Contracting
Energieträger
zertifizierter Ökostrom
Anlagentechnik
Wärmepumpe (105 kW)


Fotos © Steve Brookland
Energieeffizienzmaßnahmen
Hydraulischer Abgleich
MSR/Gebäudeleittechnik
Wärmemengenzählereinbau

End-Energieverbrauch alt
120 MWh
End-Energieverbrauch neu
30 MWh
Einsparung
22 t
ERFAHRUNGEN
Entstehungsgeschichte: Wie kam es zu der Entscheidung, die Maßnahmen mit Contracting umzusetzen? Wer war der Initiator des Projektes?
Hinter dem Projekt stand unser Wunsch, die Wärmewende im Bestand ganz praktisch voranzubringen. Wir wollten Erfahrungen sammeln, die uns bei der Erreichung unserer Klimaziele in den kommenden Jahren weiterhelfen, und zugleich eine Lösung erproben, die praktikabel und wirtschaftlich ist, im Bestand funktioniert und sich auch für weitere Standorte eignet.
Welche Faktoren haben die Entscheidung für Contracting begünstigt? Was waren die Motive des Kunden? Welche Hindernisse mussten überwunden werden?
Begünstigt wurde die Entscheidung vor allem dadurch, dass sich die Lösung im Bestand mit vergleichsweise wenig Eingriffen umsetzen ließ. Das bestehende System konnte weitgehend weiter genutzt werden, inklusive der Heizkörper und der dezentralen Warmwasserbereitung in den Wohnungen.
Für uns stand im Mittelpunkt, den Gebäudebestand klimafreundlich, wirtschaftlich und praxistauglich weiterzuentwickeln.
Die Herausforderungen lagen vor allem in den Bedingungen des Bestands: Baujahr 1961, nur teilweise thermisch saniert, ältere Heizkörper, der Aufbau eines Mikronetzes zwischen den Gebäuden und die präzise Einregulierung des Systems.
Besondere Vorteile oder Wirkungen des Projektes?
Besonders überzeugt hat uns, dass sich die Lösung mit vergleichsweise geringem Eingriff in den Bestand umsetzen ließ. Die bestehenden Heizkörper konnten weitgehend erhalten bleiben, die Mieterinnen und Mieter wurden nur minimal belastet und gleichzeitig gewinnen wir wichtige Erkenntnisse für die Erreichung unserer Klimaziele.
Mehrwerte neben der Energie(kosten-)einsparung?
Neben der Energie- und CO2-Einsparung bietet das Projekt mehrere zusätzliche Mehrwerte:
- geringe Eingriffe in Gebäude und Außenanlagen
- weitgehender Erhalt der vorhandenen Heizkörper
- keine unnötige Belastung der Mieterinnen und Mieter
- schnelle und wirtschaftliche Ersetzbarkeit bestehender Gaskessel
- wichtige Erkenntnisse für weitere Projekte und die strategische Umsetzung der Klimaziele
- optische Integration der Anlage in das Quartier durch die Gestaltung des Containers
- hohe Übertragbarkeit und Skalierbarkeit auf weitere Bestandsstandorte
Kurzes Resümee: Wie würden Sie das Projekt aus heutiger Sicht beurteilen? Was ist das Besondere an diesem Projekt?
Aus heutiger Sicht ist das Projekt ein sehr gelungenes Referenzvorhaben. Besonders ist, dass eine kom-plette Heizzentrale in Containerbauweise mit Wärmepumpe, Wasserspeicher sowie Mess- und Regelungs-technik in einem anspruchsvollen Bestandsumfeld umgesetzt wurde. Trotz Baujahr 1961, teilweise sanier-tem Zustand und älteren Heizkörpern konnte eine wirtschaftliche und minimalinvasive Lösung realisiert werden. Das Projekt zeigt, dass die Dekarbonisierung des Gebäudebestands nicht nur technisch machbar, sondern auch praxistauglich und skalierbar ist.

