Grünes Leben am Schafhaus

Foto: © EcoShareSolutions GmbH

naturstrom AG

Ansprechpartnerin: Inge Maltz-Dethlefs
Tel.: +49 40 3344378-119
E-Mail: vorortenergie@naturstrom.de

73262 Reichenbach a.d. Fils

In Reichenbach an der Fils (Baden-Württemberg) entstehen in einem Neubauquartier 41 Einfamilien- und Doppelhaushälften als Musterbeispiel für nachhaltiges und energieeffizientes Bauen. Im Auftrag der verantwortlichen Projektentwicklungsgesellschaft EcoShare Solutions GmbH konzipieren, projektieren und bauen wir ein kaltes Nahwärmenetz zur Versorgung mit erneuerbarer Wärme aus oberflächennaher Geothermie und Wärmepumpen.

Das Energiekonzept besteht aus einer zentralen Wärmeversorgung über ein kaltes Nahwärmenetz, das über einen oberflächennahen Geothermie-Kollektor gespeist wird.

Die Temperaturen im Netz liegen im Jahresmittel zwischen 8 und 10°C – deshalb bezeichnet man es als „kaltes Nahwärmenetz“. In den Gebäuden erfolgt die Wärmebereitung dezentral inklusive Warmwasser­bereitung mittels Wärmepumpen, die mit PV-Strom und Strom aus dem Netz betrieben werden.

Im Sommer wird über einen Bypass in der Wärmepumpe eine sogenannte passive Temperierung in den Gebäuden ermöglicht. Dadurch steigt der Wohnkomfort und das Erdkollektor­feld kann sich besser regenerieren.

Auf den Dächern der Gebäude werden Photovoltaik-Anlagen errichtet. Der dort erzeugte Strom kann von den Hauseigentümer:innen in den eigenen vier Wänden genutzt werden und trägt somit zum Entstehen eines Plus-Energie-Quartiers bei.

Foto: © naturstrom AG

Wohnen
Neubau

Elektrische Wärmepumpe
Wärmenetzanschluss

Ingenieur-/Planungsbüro
Heizungsinstallateur
Sonstige:
EcoShare Solutions GmbH
Terra Asset Management GmbH

41 Einfamilien- und Doppelhaushälften

2022

10 Jahre

Kälte
Wärme

Betriebsführungs-Contracting

Geothermie
Sonne
Strom

PV-Anlage
Wärmepumpe (300 kW)

Foto: © naturstrom AG

u.a. Energieeffiziente Wärmenetze (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg)

353 MWh

646 Tonnen (im Vergleich zur Vollversorgung durch einen Erdgas-Kessel)


Aufgrund der sensiblen Lage des Neubaugebietes (ehemalige Streuobstwiese) hat die Gemeinde Reichenbach a. d. Fils im städtebaulichen Vertrag mit dem Projektentwickler eine nachhaltige Wärmeversorgung festgeschrieben. Der Projektentwickler ließ sich ein erstes Energiekonzept erstellen, suchte dann einen Partner für die Umsetzung und entschied sich für naturstrom.

Der Projektentwickler war aufgrund der Innovation (kalte Nahwärme war 2018 noch nicht so verbreitet) von Anfang an von dem Konzept überzeugt. Ursprünglich war auch eine Stromkundenanlage geplant, auf die jedoch nach Rücksprache mit dem Netzbetreiber verzichtet wurde.  Der Erdwärmekollektor liegt in einem Heilquellenschutzgebiet, das sich über zwei Landkreise erstreckt, daher waren auch zwei wasserrechtliche Genehmigungen erforderlich. Aufgrund der offenen Bauweise des Erdwärmekollektors (3.900 m2) wurde ein Bodenmanagementkonzept als Auflage festgelegt.

„Gerade im Neubaubereich müssen gemäß Energieeinsparverordnung Primärenergieanforderungen eingehalten werden, die wir mit diesem Konzept vorbildlich erfüllen. Die Nutzung der geothermischen Quelle stabilisiert die zukünftigen Wärmekosten der Verbraucher:innen. Darüber hinaus ermöglicht das System die Temperierung von Gebäuden, was bei trockeneren und heißeren Sommern an Bedeutung gewinnen wird.“ (Dr. Sarah Debor, Geschäftsfeldleiterin Urbanes Wohnen & Gewerbe bei der naturstrom AG)

Das kalte Nahwärmenetz wird passiv, d.h. ohne Einsatz einer Netzpumpe betrieben. Die Erdkollektorfläche wird weiterhin landwirtschaftlich als Viehweide genutzt. Besonders hilfreich ist das funktionierende Zusammenspiel von Behörden, Gemeinde, Projektentwickler und Versorger.