03.11.2026 | Der Arbeitskreis Energiespar-Contracting (AK ESC) unseres Verbandes kritisiert die Benachteiligung von Contracting-Modellen in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). In einem Positionspapier fordert der Arbeitskreis, dass energetische Sanierungsmaßnahmen unabhängig von der organisatorischen Form ihrer Umsetzung gleichberechtigt gefördert werden.
Hintergrund ist die Neufassung des BEG-Infoblatts vom 16. September 2026. Demnach sind bei Eigenleistungen von Unternehmen die anfallenden Montage- und Lohnkosten nicht förderfähig. Für Contracting-Anbieter bedeutet dies, dass Leistungen, die sie mit eigenem Fachpersonal erbringen, gegenüber der Beauftragung externer Fachunternehmen benachteiligt werden. Technisch identische Maßnahmen werden somit unterschiedlich behandelt, allein abhängig davon, wer sie umsetzt.
Aus Sicht des AK ESC ist diese Ungleichbehandlung sachlich nicht gerechtfertigt. Gerade Energiespar- und Energieliefer-Contracting leisten einen wichtigen Beitrag zur energetischen Gebäudesanierung, indem sie privates Kapital mobilisieren und Gebäudeeigentümer:innen von hohen Anfangsinvestitionen entlasten. Contracting-Anbieter übernehmen dabei häufig zusätzliche Aufgaben und Risiken, etwa bei der Finanzierung, Planung, Umsetzung und Betriebsoptimierung sowie durch Einspargarantien.
Der AK ESC fordert deshalb das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf, die Benachteiligung bei der nächsten Fortschreibung der BEG zu beseitigen. Konkret sollen auch die unmittelbar projektbezogenen und nachgewiesenen Selbstkosten für Eigenleistungen von Contracting-Anbietern förderfähig sein. Gewinnbestandteile, Finanzierungs- und allgemeine Verwaltungskosten sollen weiterhin ausgeschlossen bleiben. Ziel ist ausdrücklich keine Sonderförderung, sondern die Gleichbehandlung unterschiedlicher Umsetzungsmodelle. Denn für die Förderung sollte die energetische Wirkung einer Maßnahme entscheidend sein, nicht die Frage, wer sie ausführt.




