Stadt. Land. Dockyard – Erneuerbare Energien & Arbeit

Foto © empact GmbH
empact GmbH

Ansprechpartner: Matthias Temborius
Tel.: +49 151 68804873 
E-Mail: m.temborius@empact.energy
10245 Berlin
Früher säumten Speicher- und Lagerhäuser das Spree-Ufer-Areal im Osthafen von Berlin, heute ist es eine Mischung aus Wohn- und Bürobauten, die den Standort prägt. Am östlichen Endpunkt des Areals wurde der siebengeschossige Bürokomplex „Dockyard“ in Holzhybridbauweise errichtet und ist eines der nachhaltigsten Bürogebäude Deutschlands.

Mit seinem innovativen Energiekonzept, das auf einem der größten Eisspeicher Deutschlands mit der Länge eines Fußballfeldes sowie der Nutzung gleich mehrerer regenerativer Energiequellen basiert, ist das Gebäude klimaneutral im Betrieb (LEED Zero Carbon). Mit seinem attraktiven Nutzungskonzept schafft Dockyard ideale Voraussetzungen für eine zukunftsfähige moderne Arbeitswelt.

Weitere Informationen auch unter www.dockyard.de und www.empact.energy.
ECKDATEN DES PROJEKTS
Gewerbe
Neubau
Elektrische Wärmepumpe
Solarthermische Anlage
Stromdirektheizung
Wärmepumpen-Hybridlösung
Ingenieur-/Planungsbüro
Heizungsinstallateur
Sonstige: Projektenwickler PECAN Development GmbH
ca. 32.000 m2
2025
10 Jahre
Kälte
Strom
Wärme
Energieliefer-Contracting
Geothermie
Sonne
Abwärme
Photovoltaikanlage inkl. PVT (323 kWp)
Solarthermie/PVT (ca. 260 kW)
Eisspeicher (1.500 m3)
Wärmepumpe (2.000 kW Wärme & 1.400 kW Kälte)
Sonstiges: 159 vorgerüstete Ladeplätze
Außerdem
– Luft als multivalente Wärmequellen
– 3x Ammoniak Wärmepumpen zur Wärme- und Kälteerzeugung
– 16x in Reihe geschaltete Luft-Wärmepumpen auf dem Dach
– PV-Anlagen erzeugen Strom zur vor Ort Nutzung im Gebäude und dem Betrieb der Wärmepumpen
– Fundamentaktivierung
– Innovatives und KI-gestütztes Energiemanagement-System
– Maximale Effizienz durch zusätzliche Nutzung gebäudeeigener Abwärme
2 Mitarbeiter vor einer Ammoniak Wärmepumpe
Eisspeicher ohne Wärmetauscher während der Bauphase
Fotos © empact GmbH
Elektromobilität (Ladesäulen)
Ja
ERFAHRUNGEN
empact hat das Projekt im Rahmen einer Ausschreibung gewonnen, die eZeit Ingenieure im Namen des Investors durchführte. Hintergrund der Ausschreibung war das Ziel, einen kompetenten Partner für das multivalente Energiesystem zu finden, der die optimierte Fahrweise zwischen den einzelnen Wärmeerzeugern steuert.
Die Wahl des Contracting‑Modells war eine strategische Entscheidung, die mehrere Vorteile vereint:

Risikoverlagerung
Planung, Investition, Betrieb und Optimierung der Energieanlagen liegen beim Contracting-Anbieter. Der Gebäudeeigentümer wird von technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Risiken entlastet.
Komplexitätsreduktion
Gerade bei einem anspruchsvollen voll-elektrischen Energiesystem mit Eisspeicher, PVT, Geothermie und Ladeinfrastruktur wäre ein Eigenbetrieb mit hohem Aufwand verbunden. Contracting ermöglicht einen professionellen Betrieb aus einer Hand.
Langfristige Kalkulationssicherheit
Klare vertragliche Regelungen sorgen für planbare Energiepreise und Betriebskosten über die gesamte Laufzeit.
Die Besonderheit des Dockyard‑Projekts liegt nicht in einer einzelnen Technologie, sondern im intelligenten Zusammenspiel mehrerer Systeme:

Sektorenkopplung in der Praxis
Strom‑, Wärme‑, Kälte‑ und Mobilitätsinfrastruktur werden ganzheitlich gedacht und betrieben. Die PVT‑Module erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme, die Wärmepumpen koppeln diese Energieformen effizient, und der Eisspeicher fungiert als saisonaler Energiespeicher.
Hohe Betriebssicherheit und Effizienz
Durch den diversifizierten Mix aus verschiedenen Umweltwärmequellen kann die Anlage ganzjährig im optimalen Betriebspunkt gefahren werden. Das erhöht die Jahresarbeitszahlen der Wärmepumpen und steigert die Versorgungssicherheit
Vorbildcharakter
Dockyard dient als Blaupause für urbane Gewerbeimmobilien, bei denen Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit nicht im Widerspruch stehen, sondern sich gegenseitig verstärken.
Das Projekt Dockyard zeigt eindrucksvoll, dass moderne Energiekonzepte weit über reine Kosteneffizienz hinausgehen. Neben der Reduktion von Energie‑ und Betriebskosten entstehen substanzielle Zusatzmehrwerte für Eigentümer, Nutzer:innen und Standort:

Klimawirkung und Zukunftsfähigkeit
Durch den konsequenten Einsatz erneuerbarer Energiequellen (PVT, Eisspeicher, Geothermie) wird das Gebäude CO₂‑frei mit Wärme und Kälte versorgt. Damit erfüllt Dockyard nicht nur heutige Anforderungen, sondern ist bereits auf zukünftige Regulierungen und ESG‑Kriterien vorbereitet.
Stadtklimatischer Mehrwert
Die aktive Nutzung von Solarwärme über PVT‑Module verhindert, dass Dachflächen zur Hitzequelle werden. Statt Abwärme in den Stadtraum abzugeben, wird diese systemisch genutzt und gespeichert – ein relevanter Beitrag zur Minderung urbaner Überhitzung.
Attraktivität für Mieter:innen und Investor:innen
Ein nachhaltiges, resilientes Energieversorgungskonzept steigert die Standortqualität, unterstützt Zertifizierungen (z. B. LEED Zero Carbon) und erhöht langfristig die Vermietbarkeit sowie den Immobilienwert
Aus heutiger Sicht lässt sich das Projekt Dockyard als ein ausgesprochen gelungenes und vorausschauendes Energieprojekt bewerten, das zeigt, wie die Energiewende im urbanen Raum konkret umgesetzt werden kann. Besonders hervorzuheben ist der ganzheitliche Ansatz und die herausragende Zusammenarbeit aller Beteiligten: Statt auf einzelne Technologien zu setzen, wurde ein integriertes Gesamtsystem aus Eisspeicher, Geothermie, Wärmepumpen sowie PV‑ und PVT‑Modulen realisiert, das Wärme, Kälte und Strom intelligent miteinander verknüpft. Das Besondere an Dockyard ist dabei nicht nur die hohe Effizienz und CO₂‑Neutralität des Systems, sondern auch seine stadtklimatische Wirkung, etwa durch die aktive Nutzung von Solarwärme und die Vermeidung unnötiger Abwärme im Quartier. In Kombination mit dem Contracting‑Modell wird diese technische Innovation wirtschaftlich beherrschbar und langfristig verlässlich betrieben. Dockyard steht damit exemplarisch für eine neue Generation von Immobilienprojekten, bei denen Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit nicht als Gegensätze, sondern als strategische Einheit gedacht werden.
Luft-Wärmepumpen – Foto © empact GmbH