Klimaneutrale Wärmeversorgung für Quartier am Wiener Platz in Stuttgart-Feuerbach

Foto © Stadtwerke Stuttgart GmbH
Energiedienste der Landeshauptstadt Stuttgart GmbH (EDS – Tochter der Stadtwerke Stuttgart GmbH)

Ansprechpartner: Laura Goll
Tel.: 0711 346502611
E-Mail: laura.goll@stadtwerke-stuttgart.de
70469 Stuttgart
Das geplante neue Quartier am Wiener Platz im Stuttgarter Stadtteil Feuerbach wird komplett CO2-neutral mit Wärme versorgt werden. Das Energiekonzept wurde gemeinsam von der Stadt und der Stadtwerke-Tochter EDS entwickelt.

Am Wiener Platz in Feuerbach werden in den nächsten drei Jahren rund 170 Wohnungen entstehen. Parallel zum Bau der Gebäude finden die Arbeiten an der Infrastruktur statt. Dazu gehört auch ein Nahwärmenetz, das voraussichtlich noch 2022 in den Untergrund des Areals verlegt wird. Versorgungsrohre bringen dann die Wärme in die Häuser. Dafür sorgt ein komplexes Konzept für die Nutzung von Umweltwärme und regenerativen Energien, die direkt auf dem Feuerbacher Areal verfügbar sind.

Für die Bauherren und späteren Wohnungseigentümer können die Stadtwerke Stuttgart auch die notwendige Ladeinfrastruktur in den Tiefgaragen und die solare Ökostromversorgung vom eigenen Dach stellen.
 
Weitere Informationen auch direkt hier: https://www.stadtwerke-stuttgart.de/aktuelles-presse/news/2022/mar/10/klimaneutrale-warmeversorgung-fur-feuerbacher-quar/
ECKDATEN DES PROJEKTS
Gewerbe
Schule/Kindergarten
Wohnen

Neubau
Ingenieur-/ Planungsbüro
6.000 m2 Geschossfläche entstehen, wovon fast die Hälfte für etwa 170 Wohneinheiten vorgesehen ist

Das Baugebiet wurde in drei Baufeldern mit zehn Baulosen unterteilt
Inbetriebnahme der Wärmeversorgung ist abhängig vom Baufortschritt, voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren (bis 2024).
10 Jahre
Nahwärme
Wärme
Energieliefer-Contracting
Biogas (Biomethan)
Abwärme aus Abwasser
Laura Goll und Dario Solla zeigen wo es lang geht – Fotos © Stadtwerke Stuttgart GmbH
SWS-Geschäftsführer Peter Drausnigg (rechts) mit EDS-Geschäftsführer Jean-Claude Schmiedle auf dem Gelände des künftigen Quartiers
BHKW (50 kWel 95 kWth)
Brennwertkessel (700 kW)
Wärmepumpe (160 kW)
Sonstiges: Abwasserwärmetauscher
Einen passenden Wärmetauscher wird in den Abwasserkanal am Rande des Quartiers eingebracht. Dort herrschen auch im Winter konstante Temperaturen um die zehn Grad Celsius. Dieses Potenzial wird vor Ort genutzt.
Die Abwasserwärme gelangt über eine Trägerflüssigkeit in die Heizzentrale, die auf dem Areal im Laufe des nächsten Jahres eingerichtet wird. Die Abwasserwärme wird von einer Wärmepumpe und einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK-Anlage) in der Heizzentrale auf ein bestimmtes Temperaturniveau gebracht. Für besonders kalte Wintertage steht ein Brennwertkessel zur Verfügung, der die andere Anlagen noch unterstützen kann. 
Bei KWK-Anlage und Brennwertkessel wird klimaneutrales Gas in Form von Biomethan eingesetzt. „Dieses wird in der KWK-Anlage in Wärme- und Strom umgewandelt. Und damit haben wir gleich zwei Verwendungen“, erläutert Projektingenieurin Laura Goll. Der aus der KWK-Anlage gewonnene Strom betreibt dann die Wärmpumpe und die technischen Anlagen des Systems. Die zusätzlich von der KWK-Anlage erzeugte Wärme hebt die Abwasserwärme weiter an. Die Wärme gelangt daraufhin über spezielle Versorgungsleitungen in die Gebäude und kann dort zum Heizen und für Warmwasser verwendet werden. 
ca. 2 Mio. EUR
Förderprogramm der Landeshauptstadt Stuttgart (ca. 90.000,00 EUR)
Ja, Höhe nach AVBFernwärmeV 70 % von den Investitionen ins Wärmenetz.
300 t CO2 pro Jahr im Vergleich zu konventioneller Wärmeerzeugung
Foto © Stadtwerke Stuttgart GmbH
ERFAHRUNGEN
Eigentumserwerb der Flächen durch die Landeshauptstadt Stuttgart (LHS), dann Energiekonzepterstellung durch die LHS. Vergabe der einzelnen Baufelder an Investoren durch die LHS. Umsetzung des Energiekonzepts durch die Energiedienste der Landeshauptstadt Stuttgart (EDS)
Es besteht ein Anschluss- und Benutzungszwang auf dem Quartier am Wiener Platz-Areal für einen Teil der Baufelder. Durch den sehr guten Primärenergiefaktor sind nun auch die Baufelder an einem Anschluss interessiert, die nicht verpflichtet sind. Der Primärenergiefaktor unterstützt die Förderung des KfW-EH Standards 55 bzw. in manchen Baufeldern KfW 40. Zudem bringt der Anteil an Umweltwärme für die Zukunft einen Arbeitspreis stabilisierenden Vorteil im Vergleich zu einer reinen fossilen Erzeugungsvariante.
„Die Aufgaben im Gebäudebereich sind dabei enorm, denn rund 40 % der klimarelevanten Emissionen in Deutschland entstehen dort. Neue Quartiersprojekte sind wichtige Meilensteine für eine klimaneutrale Zukunft und die Erfahrungen aus ihnen liefern wichtige Erkenntnisse für die Wärmewende im Gebäudebestand. Hier arbeiten die Landeshauptstadt und die Stadtwerke in engem Schulterschluss.“ (Dr. Jürgen Görres, Leiter der Energieabteilung im Amt für Umweltschutz) 
Umsetzung eines effizienten Quartiersversorgungskonzepts.
Guter Primärenergiefaktor, Nutzung von Umweltwärmequelle, gute CO2-Bilanz der Wärmeerzeugung.
Es ist das erste Quartier in Stuttgart mit CO2-neutraler Wärmeversorgung. Die Erfahrung in der Umsetzung steht noch aus, da der Bau noch nicht begonnen hat.